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Praxisausfall, Krankentagegeld und Co.

Praxisschließung durch Corona

Die gute Nachricht vorab: Psychotherapeut:innen haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird (§ 56 Infektionsschutzgesetz). Anspruch haben sowohl Praxisinhaber als auch angestellte Mitarbeiter. Doch was ist, wenn Sie krank werden und nicht mehr arbeiten können?

Praxisschließung durch Quarantäne

  • Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit oder die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen.
  • Die Abläufe, wie in solchen Fällen vorgegangen wird (z.B. Antragstellung), bestimmt die zuständige Behörde. Betroffene Ärzte sollten sich deshalb zunächst an zuständige Behörde wenden, um alles Weitere zu erfahren.
  • Wie hoch die Entschädigung ausfällt, richtet sich bei Selbstständigen nach ihrem Verdienstausfall. Grundlage ist der Steuerbescheid (nach Paragraf 15 SGB IV). Angestellte haben Anspruch in den ersten sechs Wochen Anspruch auf die Höhe des Nettogehaltes, danach auf Krankengeld.
  • Die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungspflicht besteht weiterhin. Die jeweiligen Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) trägt das jeweilige Bundesland. Die Sozialversicherungsbeiträge werden also auch gegenüber den genannten zuständigen Behörden geltend gemacht.
  • Neben dem Verdienstausfall können Selbstständige auch für Betriebsausgaben „in angemessenem Umfang“ entschädigt werden (Paragraf 56 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz). Auch dies müssen Praxisinhaber beantragen.
  • Bei Arbeitnehmern, die zu Hause bleiben müssen, aber keine Symptome haben, muss zunächst der Arbeitgeber die Entschädigung auszahlen; sie ist ihm aber vom Land zu erstatten.

Weitere Informationen

Praxisausfall durch Krankheit

Wenn Sie an Covid19 erkranken und in Quarantäne müssen, dann entgeht Ihnen zum einen Ihr Gewinn und Sie müssen die fortlaufenden Praxiskosten zahlen. Hierzu zählen beispielsweise Kosten für die Praxismiete, Personal, Versicherungen usw. Als Freiberufler:in können Sie somit schnell in eine finanzielle Bredouille geraten, wenn Sie nicht für den Fall vorgesorgt haben:

  • Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse
  • Private Krankentagegeldversicherung
  • Praxisausfallversicherung

Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse haben Sie die Möglichkeit den erhöhten Beitragssatz zu zahlen und das ein Krankengeld ab dem 43. Tag zu erhalten. Die GKV zahlt ein Krankengeld von maximal 70 % Ihres Brutto­einkommens beziehungsweise 90 % des Nettoeinkommens. Es ist gedeckelt auf derzeit maximal € 106 pro Monat. Vorteile des Krankengelds:

  • Keine Gesundheitprüfung, keine Erschwernisse und Auschlüsse
  • Kinderkrankengeld bis max. 10 bzw. 20 Tage (bei Alleinerziehenden) pro Jahr pro Kind

Private Krankentagegeldversicherung

Als Psychotherapeut:in haben Sie die Möglichkeit in den Gruppenvertrag der Deutschen Krankenversicherung (DKV) einzutreten. Bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall zahlt die Versicherung nach Ablauf der vereinbarten Leistungszeit den vereinbarten Tagessatz z. B. € 100 ab dem 15. Tag. Einige Besonderheiten des Gruppenvertrags sind:

  • Absicherung der fortlaufenden Praxiskosten möglich (z. B. Raummiete, Personal, usw.)
  • Annahmezwang
  • Mitversicherung im Ärztetarif
  • Verzicht auf Wartezeiten
  • Kündigungsverzicht des Versicherers

Praxisausfallversicherung

Bei Arbeitsunfähigkeit leistet die Praxisausfallversicherung nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit - so weit, so gut. Der große Nachteil der Absicherung ist jedoch, dass diese eine sogenannte Sachversicherung ist. Sachversicherungen können nach einem Schadenfall von beiden Vertragspartnern, also der Versicherungsgesellschaft und dem Versicherungsnehmer gekündigt werden. Wenn Sie also häufiger krank sind, dann wird sich der Versicherer irgendwann überlegen, ob er Ihnen nicht kündigt. Mit den Vorerkrankungen und der Kündigung haben Sie dann kaum noch Chancen einen neuen Versicherungsschutz zu bekommen. Selbst wenn der Versicherer die Kündigung im Schadenfall ausgeschlossen hat, kann er den Vertrag mit Ihnen ordentlich zum Ablauf der Vertragslaufzeit kündigen.

Schauen Sie sich unseren detaillierten Vergleich der Krankentagegeld- mit der Praxisausfallversicherung an.