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Was sind die Unterschiede?

Berufsunfähigkeits­versicherung, Dread-Disease, Unfall und Co.

Viele Versicherungsgesellschaften bieten neben der Berufsunfähigkeitsversicherung unterschiedliche Alternativen an. Hierzu zählen unter anderem die Dread-Disease-Versicherung (Schwere Krankheiten), Multi-Risk-Policen oder die Grundfähigkeitsversicherung. Wir nehmen diese drei Versicherungen mal näher unter die Lupe und vergleichen sowohl Leistungen, als auch auf die Vor- und Nachteile. Können sie tatsächlich als mögliche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung angesehen werden?

Für die ganz eiligen

Kurz zusammengefasst

Es gibt viele Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, doch nur die BU bietet einen Rundumschutz. Bei Vorerkrankungen und Ablehnung in der BU lohnt sich aber ein Blick auf die alternativen Absicherungen, denn als Freiberufler:in oder Selbstständige:r brauchen Sie eine Absicherung.

Umfassende Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ziel einer BU ist es, das monatliche Einkommen abzusichern. Kann die bisherige Arbeit zu mindestens 50 % nicht mehr ausgeführt werden, wird die vereinbarte monatliche Rente ausgezahlt. Dadurch sollen die laufenden Ausgaben, z. B. Miete und Lebenserhaltung, gedeckt werden. Dabei ist es unerheblich, ob und wie die Berufsunfähigkeit zustande gekommen ist. Sobald ein Arzt eine für in der Regel mindestens 6 Monate andauernde Berufsunfähigkeit feststellt, zahlt der Versicherer die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Die BU zählt mit zu den wichtigsten privaten Absicherungen, egal ob für Angestellte, Freiberufler:innen, Schüler:innen oder Student:innen. 

Vor- und Nachteile der Berufsunfähigkeitsversicherung

Der große Vorteil ist der Rundumschutz der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Absicherung von schweren Krankheiten

Dread-Disease-Versicherung

Die Dread-Desease-Versicherung oder auch Schwere-Krankheiten-Versicherung sichert nur die vorher festgelegten Krankheiten ab und sichert somit nicht den Beruf ab. Sie leistet, wenn innerhalb des vereinbarten Zeitraumes eine der versicherten Krankheiten diagnostiziert wird. Welche Krankheiten im Versicherungsschutz enthalten sind, ist von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft unterschiedlich. Die Anzahl der versicherten Krankheiten kann ebenfalls stark variieren. Standardmäßig sind aber folgende Krankheiten versichert: 

  • Krebs,
  • Herzinfarkt,
  • Schlaganfall,
  • Koma,
  • Multiple Sklerose,
  • Nierenversagen und 
  • Bypass-Operationen.

Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates, die zu den Hauptursachen von Berufsunfähigkeit zählen, werden in der Regel nicht versichert. Wenn der Versicherungsfall eintritt, zahlt der Versicherer meistens eine Einmalzahlung, deren Höhe im Versicherungsvertrag definiert ist. 

Vor- und Nachteile der Dread-Disease-Versicherung

Anders als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung bei der eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird, wird im Falle einer schweren Krankheit finanzielle Hilfe auf einen Schlag geleistet. Das Geld, das im Fall der Fälle ausgezahlt wird, macht vieles möglich: alternative Heilmethoden, die Chefarztbehandlung, den behindertengerechten Umbau Ihres Hauses oder ambulante Pflege. Weiterhin spielt es keine Rolle, ob der Versicherte berufsunfähig ist und die Prüfung des Versicherungsfalls ist in der Regel relativ einfach und die Auszahlung erfolgt oft recht zügig. 

Der Nachteil der Dread-Disease Versicherung gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung besteht in der oben genannten Einmalzahlung, die kaum die laufenden Kosten ersetzen kann. Schon gar nicht, wenn der Versicherungsfall deutlich vor Renteneintritt liegt. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Kunde selbst mit der Wahl des Versicherers entscheiden muss, welche Krankheiten und Ereignisse er absichern möchte. Eine Kombination aus Dread-Disease und Berufsunfähigkeitsversicherung kann aber durchaus sinnvoll sein.

Absicherung der wichtigsten Fähigkeiten

Grundfähigkeitsversicherung

Anders als bei der Dread-Disease-Versicherung werden keine bestimmten Krankheiten abgesichert, sondern den Verlust bestimmter Grundfähigkeiten wie Sehen, Gehen, Treppensteigen oder Autofahren. Ähnlich wie bei der Berufsunfähigkeitsrente leistet die Versicherung in der Regel durch Auszahlung einer monatlichen Rente, wenn die Grundfähigkeit für mindestens 6 Monate ausfällt oder wahrscheinlich ausfallen wr. Sie kann sowohl als eigenständige Versicherung als auch in Form einer Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Es werden häufig 15 Grundfähigkeiten versichert, die in zwei Kategorien eingeteilt werden. 

Die erste Kategorie enthält vier Fähigkeiten.

  • Sehen
  • Sprechen
  • Gebrauch der Hände
  • Orientierungsfähigkeit

In die zweite Kategorie fallen folgende Fähigkeiten:

  • Hören
  • Gehen
  • Treppen steigen
  • Knien
  • Bücken
  • Sitzen
  • Stehen
  • Greifen
  • Arme bewegen
  • Heben und Tragen
  • Autofahren

Damit die Versicherung leistet,  muss mindestens eine Grundfähigkeit der Kategorie 1 bzw. mindestens 3 Grundfähigkeiten der Kategorie 2 ausfallen.

Vor- und Nachteile der Grundfähigkeitsversicherung

Der Vorteil der Grundfähigkeitsversicherung gegenüber einer BU ist, dass man nicht zwingend berufsunfähig sein muss, damit die Police leistet. Allerdings leistet die Versicherung nicht, wenn der Versicherte eine Fähigkeit verliert, die nicht im Katalog mit aufgeführt ist – was für viele psychische Erkrankungen gilt. Eine Grundfähigkeitsabsicherung sollte niemals die erste Wahl sein. Sie kommt in erster Linie für Menschen in Berufen infrage, die auf ihre Grundfähigkeiten angewiesen sind wie Handwerker. Bei geringeren Beiträgen bietet sie ein Mindestmaß an Schutz.

Eine Kombination aus unterschiedlichen Absicherungen

Multi-Risk-Versicherung

Die Multi-Risk-Versicherung ist eine Kombination aus unterschiedlichen Versicherungsarten. Sie deckt meist Pflegebedürftigkeit und folgende Risiken ab: Unfall, schwere Krankheit (Dread-Disease) und den Verlust von Grundfähigkeiten (Sehen, Hören, Sprechen). Einige Versicherer bieten die Möglichkeit, auch eine Berufsunfähigkeit mit in die Risikoliste aufzunehmen, allerdings erhöht dies wiederum deutlich die Beiträge.

Vor- und Nachteile der Multi-Risk-Versicherung

Die Multi-Risk-Versicherung kann noch am ehesten als mögliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung angesehen werden, da sie für Menschen mit Vorerkrankungen leichter zu bekommen ist. Allerdings leistet auch diese Versicherung im Falle einer psychischen Erkrankung (z.B. Burnout) nicht. Außerdem sind die Anforderungen, die zur Auszahlung der Rente erfüllt sein müssen strenger als bei der BU-Versicherung.

Absicherung von Unfallfolgen

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung zahlt, wenn man infolge eines Unfalls eine körperliche Schädigung erleidet, eine einmalige Kapitalleistung und/oder monatliche Rente bei Invalidität. Der private Schutz geht dabei über den gesetzlichen hinaus, denn die gesetzliche Unfallversicherung ist nur für Unfälle am Arbeitsplatz und auf dem Weg von und zur Arbeit zuständig. Der gesamte Freizeitbereich und auch alle Tätigkeiten zu Hause sind nicht abgesichert. Der Vergleich anhand der folgenden Statistik zeigt, dass das Risiko durch einen Unfall berufsunfähig zu werden um ein Vielfaches niedriger ist, als durch eine Erkrankung:

  • Anteil der Haushalte, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben: 25,3 %
  • Anteil der Haushalte, die eine private Unfallversicherung abgeschlossen haben: 36,2 %
  • Anteil, der Erkrankungen an Leib und Psyche als Ursache für eine Berufsunfähigkeit: 91 %
  • Anteil, der Unfälle als Ursache für eine Berufsunfähigkeit: 9 %

Vor- und Nachteile der Unfallversicherung

Im Vergleich zur BU bringt die Unfallversicherung kaum Vorteile mit sich. Doch manchen Menschen ist der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen versperrt. Bei der Unfallversicherung gibt es keine Gesundheitsprüfung, sodass bei Ablehnung in der BU oder bei hohen Risikoaufschlägen das Unfallrisiko abgedeckt werden kann.

Weiterhin kann die Unfallversicherung für Menschen interessant sein, die gerne sportlichen Aktivitäten nachgehen und dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Als Psychotherapeut:in kann es bspw. auch sein, dass ein Unfall nicht automatisch zur Berufsunfähigkeit führt, sodass die Unfallversicherung diese Lücke schließen kann.

    Und zum Schluss...

    Fazit: Keine echte Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

    Keine der hier betrachteten Versicherungen stellt einen angemessenen Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung dar (siehe Tabelle unten). Bestenfalls sollten sie ergänzend oder in Kombination mit einer BU-Versicherung abgeschlossen werden. Sie sind zwar teilweise günstiger, doch ist ihre Leistung bei weitem nicht so umfangreich, wie die der Berufsunfähigkeitsversicherung.

    Was wird wie abgesichert?

    Absicherung UnfallKrebsBewegungs-
    apparat
    Herz-KreislaufPsyche
    Berufsunfähigkeit
    Dread-Disease
    Multi-Risk
    Grundfähigkeiten
    Unfall